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Killchain - They |
Geschrieben von: mshannes - 01.07.2010, 23:04 - Forum: The Graveyard & The Moshpit
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Killchain - They
Stil: Death Metal
VÖ: 27. November 2009
Zeit: 40:55
Label: Maintain Records
Homepage: -
MySpace: www.myspace.com/killchainmetal
Was einem Redakteur im Laufe seiner Karriere manchmal an Promo-Beweihräucherungen zugemutet wird, geht auf keine Kuhhaut. Da war beispielsweise bei 07er Debüt von Killchain die Rede vom "legitimen Nachfolger von De Profundis" und dergleichen mehr. So etwas erweckt zwangsweise Widerwillen in mir, vor allem, wenn die Wahrheit dann meilenweit von den Lobpreisungen entfernt ist. Aber anscheinend sind manche Marketing-Strategen ja lernfähig, denn beim Zweitwerk der slowakischen Deather werden die Töne schon moderater und man beschreibt die Band und ihren Sound nun viel passender als reinen, unverfälschten Death Metal alter Schule. Ist für den Leser zwar nicht wirklich wichtig, erleichtert mir persönlich den Einstieg in die Bewertung der CD doch um einiges.
Auf They machen die Slowaken da weiter, wo sie auf One More Victim (viel zu früh) aufgehört haben: Bei Death Metal ohen irgendwelchen Schnickschnack. Stilistisch vielleicht grob vergleichbar mit Bands wie Krabathor holzen sich die vier Herren und die Dame geradlinig durch die todesmetallische Botanik. Meist geht es recht derb zur Sache, aber auch ein paar groovende Stücke findet der geneigte Hörer auf dem Output. Allesamt sind die Songs recht solide geschrieben und können durchaus für die ein oder andere Zuckung in der Nackengegend sorgen, ohne allerdings dauerhaften Eindruck zu hinterlassen. Hat man alles schon mal gehört, wenn auch oft schlechter.
Ähnliches gilt für die Umsetzung der Tracks. Die Band macht keine gravierenden Fehler und kann eine brauchbare Performance aufs Plastik bringen. Der Bass wummert mächtig, die Drums hämmern sich sehr annehmbar durch das ganze Album, die Riffs sind sehr griffig ausgefallen und auch ein paar recht nette Leads wissen die Jungs einzustreuen. Die Gesangsleistung von Frontmann Gabi wirkt auf mich anfangs recht eindimensional, kann aber im Laufe der Spieldauer doch ein paar Facetten dazugewinnen. Apropos Spieldauer: Im Gegensatz zu einem meiner Hauptkritikpunkte beim Debüt handelt es sich bei They wirklich um einen Longplayer. Auch die Abmischung der Langrille ist recht gefällig geraten und kann mit ordentlich Schmackes aufwarten.
Große Veränderungen im Vergleich zum Erstling darf man auf dieser Scheibe nicht erwarten, aber ein wenig gefälliger ist sie doch geraten. Qualitativ also eine ganz leichte Verbesserung, quantitativ sogar eine sehr starke. Macht im Endeffekt einen Punkt mehr als 2007 und damit zumindest nicht völlig uninteressant für den viel-bis-alles-Hörer.
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Now playing: Grand Magus - Black Sails
via FoxyTunes
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Shadowside - Dare To Dream |
Geschrieben von: mshannes - 01.07.2010, 23:03 - Forum: The Hard Rock Café & Dragon's Lair
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Shadowside - Dare To Dream
Stil: Heavy Metal
VÖ: 28. Mai 2010
Zeit: 52:38
Label: NL-Distribution
Homepage: www.shadowside.com.br
MySpace: www.myspace.com/shadowsideband
Aus Brasilien kommt hierzulande hauptsächlich härtere Kost in Form von Death oder Thrash Metal in den Player, Bands wie Sepultura oder Sarcofago sei Dank. Klassischer Heavy Metal ist da eher ungewohnt, Angra wäre die einzige Kapelle, die mir sofort einfallen würde. Aber damit ist jetzt Schluss, denn Shadowside haben sich ebenfalls dem Schwermetall ursprünglicher Prägung verschrieben und mit Dare To Dream ein recht beachtliches Langeisen am Start.
Das 2001 gegründete Quartett bietet dem Hörer auf seinem aktuellen Werk ganz oldschooligen Metal mit leichter Hardrock-Schlagseite, der den Geist der Achtziger geradezu atmet. Viel klassischer geht es nicht und das, ohne angestaubt oder abgestanden zu klingen. Starke Melodien, griffige Hooklines, gelungene Soli und Rhythmen, die den Hörer zum Mitwippen und Kopfschütteln zwingen, all das wird in einer erfrischend altmodischen Art und Weise präsentiert. Die Songs haben Wiedererkennungswert und sind einfach als äußerst unterhaltsam zu bezeichnen. Natürlich ist das alles schon mal da gewesen, aber wen stört das, wenn es so mitreißend ist wie hier? Eben, niemanden! Das Songwriting ist also als sehr gelungen zu bezeichnen, wie sieht es mit dem Rest aus?
Nun, technisch gibt es erst mal nichts auszusetzen, denn der Klang des Rundlings ist dem Liedgut absolut angemessen. Locker-leicht und doch knackig schallt es da aus den Boxen, erinnert schon ein wenig an die "gute alte Zeit", ohne aber unterproduziert zu wirken. Der Umfang ist sehr gefällig geraten und das Artwork der Scheibe auch recht nett. Die Schießbude und der Bass liefern eine solide und mannschaftsdienliche Performance ab, während Raphael Mattos an der Sechssaitigen ein schickes Solo nach dem anderen aus den Fingern schüttelt und auch bei der Rhythmusarbeit nichts anbrennen lässt. Am Mikro haben wir mit Dani Nolden eine auch optisch recht ansprechende Dame, die eine recht beeindruckende Stimme hat und wirklich singen kann. Und genau da liegt die Krux oder besser gesagt die Schattenseite: So, als müsste sie genau dies dauernd beweisen, wirkt ihr Gesang etwas "überpräsent". Das wirkt dann auf Dauer recht gepresst, um nicht zu sagen angestrengt und ist auch für den Hörer spätestens ab dem dritten Song recht anstrengend. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen, denn sogar auf der an sich gelungenen Ballade "Time To Say Goodbye" (nein, nicht den Box-Schmalz-Einmarsch) kann sie nicht umhin, in ihr Geschrei zu verfallen.
Schade, das nimmt der CD dann doch einiges von ihrem Zauber. Zu vier Punkten reicht es dennoch und zu der Erkenntnis, dass man auch angestrengt wirken kann, wenn man oder in diesem Falle Frau sich zu sehr anstrengt.
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Now playing: Grand Magus - Black Sails
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Eyesight - Wir Bleiben |
Geschrieben von: mshannes - 01.07.2010, 23:02 - Forum: The Mixed Zone & The Halfpipe
- Antworten (1)
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Eyesight - Wir Bleiben
Stil: Punk Rock
VÖ: 21. Mai 2010
Zeit: 34:35
Label: Antstreet Records
Homepage: www.eyesight-music.de
MySpace: www.myspace.com/eyesight
Wow, bei Eyesight handelt es sich laut Promo-Info um eine der dienstältesten Punk Rock-Bands... des Saarlandes!
Na, Spaß beiseite, immerhin weiß der geneigte Leser jetzt, welchem Stil besagte Kapelle verbunden ist und in welcher Sprache sie ihr Liedgut präsentiert (ja, auch im Saarland wird deutsch gesprochen!), wobei Wir Bleiben anscheinend die erste Scheiblette der Band ist, die im teutonischen Sprachgewand erscheint. Dazu noch die Erkenntnis, dass die Band wohl seit zwölf Jahren existiert und das war es dann auch mit den Hintergrundinfos. Also, frisch ans Werk und rein in den Player mit der Silberscheibe.
Punk Rock ist schon richtig, wenn es um den Stil des Quartetts geht. Allerdings nicht solchen der bissigen oder aggressiven Art, die Stücke sind deutlich im melodischen Bereich angesiedelt und weisen teilweise einen nicht unbeträchtlichen Anteil an Wehmut und Melancholie auf. Dabei lässt sich festhalten, dass die Band Wert auf ihre Texte zu legen scheint, denn die meisten Songs können eine klare Aussage aufweisen. Diese ist dann meist etwas nachdenklich und steht ein wenig im Kontrast mit der eher locker-leichten Musik, wodurch sich aber auch eine nicht unbeträchtliche Dynamik in den Stücken entwickelt.
Musikalisch geben sich Eyesight betont radio-tauglich, was aber nicht heißen soll, dass die Musik keinerlei Biss hat. Nur eben in wohldosierten Portionen. Nicht schlecht, aber auch nicht überragend, nehmen wir mal als Beschreibung "ganz nett". Klanglich gefällt mir die Scheibe wirklich gut, sie wirkt überraschend druckvoll und doch sehr differenziert abgemischt, was zu einem überzeugenden Ergebnis führt. Die vier Herren beherrschen ihre Instrumente durchaus und geben sich bei ihrer Performance keine Blöße, einzig die Stimme von Sänger Andi ist für meinen Geschmack etwas zu brav.
Wir Bleiben ist eine recht nette Angelegenheit geworden, die zwar nicht als bahnbrechend bezeichnet werden kann, aber unterhaltsam ist das Ding auf jeden Fall.
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Now playing: Grand Magus - Black Sails
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Against The Plagues - Decoding The Mainframe |
Geschrieben von: mshannes - 01.07.2010, 23:00 - Forum: The Graveyard & The Moshpit
- Antworten (1)
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Against The Plagues - Decoding The Mainframe
Stil: Black/Death
VÖ: 31. Mai 2010
Zeit: 44:48
Label: Vic Records
Homepage: -
MySpace: www.myspace.com/againsttheplagues
Obwohl die Herkunft von Against The Plagues mit den USA angegeben wird, finden sich im Line-Up Namen, die eher an Osteuropa denken lassen. Auch die Liste an Bands, in denen die Namen der Musiker auftauchen, enthält da nicht wenig Kapellen, die aus Polen stammen, u.a. Damnation und Einhorn. Gehen wir also mal davon aus, dass es sich bei dieser Gruppe um eine europäisch-amerikanische Kollaboration handelt.
Wer Against The Plagues noch nicht kennt, kann sich anhand der anderen Combos zumindest grob denken, in welche Richtung der stilistische Zug bei den Euro-Amis geht. Ein Bastard aus Black und Death Metal wird mit Decoding The Mainframe auf die Zuhörerschaft losgelassen, der versucht, das Beste aus beiden Welten zu vereinigen. Das Zweitwerk der 2005 gegründeten Band bietet dann auch kalten, technisch perfekt inszenierten Black/Death, der sowohl von der Performance der Musiker als auch von der Abmischung des Silberlings her absolut an die Grenze des Machbaren geht. Immerhin war auch kein Geringerer als Dan Swanö für das Mastering verantwortlich und die Bandmitglieder haben schon in ihren anderen Kapellen bewiesen, dass sie technisch sehr versierte Musiker sind. Das Problem, das sich mir dabei stellt, ist, dass hier die Fähigkeiten der Künstler nicht im Dienste der Songs stehen, sondern die Stücke nur dazu dienen, das nicht abzustreitende Können der Protagonisten zu präsentieren. Das geht ein paar Songs lang gut, langweilt aber mit zunehmender Spieldauer. Nun, vielleicht ist langweilen ein zu starker Begriff für die Stimmung, welche die CD verbreitet, aber wirkliche Schmankerl in Songwriting findet man leider nicht sehr viele auf dem Rundling. Wenn es so etwas wie eine "intensiv dahinplätschernde Bösartigkeit" gäbe, wäre das die perfekte Beschreibung für die Musik auf diesem Output.
Das macht die CD zwar beileibe nicht schlecht, dazu sind die Herren einfach viel zu gut bei dem, was sie da tun. Aber ein wenig mehr Augenmerk auf dem Songwriting hätte Decoding The Mainframe nicht geschadet und die musikalische Halbwertszeit des Silberlings deutlich erhöht. So bleibt es bei technisch perfekt, aber irgendwie seelenlos. Für eine Bewertung im gehobenen Mittelfeld langt es dennoch, ein paar Stücke kann man sich schon mal anhören, besonders, wenn man auf Sachen wie Dimmu Borgir und Konsorten steht.
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Now playing: Grand Magus - Hammer Of The North
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